Ein Konzert für Occupy

Der Wilhelm-Leuschner-Saal war grell erleuchtet als wir eintraten, mein Blick fiel auf den Lichtschalter: Ein Dimmer. Ich näherte mich und fast hatte meine Hand den Schalter berührt, da polterte eine Stimme hinter mir: „Tu das besser nicht!“

Oje, ich hatte einen Moment vergessen, wo ich war: Im Frankfurter DGB-Haus und hier wählt man den proletarischen Ton, will sagen, man zeigt klare Kante, spart sich überflüssige Höflichkeit und zeigt den Gästen, wer der Herr im Haus ist. Ich sprach den Mann von kräftiger Statur an und fragte ihn, ob er das Licht nicht auch unangenehm fände. Die Antwort: „Das Licht bleibt so, für die Fotografen, die gehen vor“.

Ein Konzert für Occupy

Nach diesem Beginn hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, in welcher Stimmung die Podiumsdiskussion zwischen Occupy-Mitgliedern und Gewerkschaftern am 8.11.2011 stattgefunden hatte.

Vielleicht war es als Versöhnungsgeste gedacht, dass der DGB am Freitag den Saal für das Occupy-Konzert zur Verfügung gestellt hat und das ist zu loben.

Zu Beginn des Abends sprach Benedikt vom Occupy-Camp ein paar Worte. Zur Zeit stünden im Camp 107 Zelte, 140 Menschen übernachteten dort. Um das Camp winterfest zu machen, benötigten sie dringend große Planen, um ein Dach über das Zeltdorf zu bauen, außerdem Dämmmaterial, Spanplatten, etc. (weitere Infos hier ). Benedikt zeigte sich sehr optimistisch, dass die Camper noch längere Zeit vor der EZB ausharren können. Unterstützen wir sie!

Jan Seghers, dessen Idee das Konzert für Occupy war, Attila Korap (Ich liebe seine Stimme!) und Adrian Wille haben das getan, sie verzichteten auf eine Gage, der Erlös des Abends ging an das Camp. (Nachtrag vom 24.11.2011: Bei dem Konzert wurden 400 Euro gespendet und dem Camp übergeben.)

Einen Teil des Programms („Ein kleiner Abend Glück“) hatte ich bereits vor einem Jahr gehört als Seghers mit dem Heine Quartett zum Thema „Was aber ist die Liebe?“ in der Buchhandlung Schutt auftrat. Besonders berührt hat mich Seghers Vortrag von Rosa Luxemburgs Brief an Sonja Liebknecht.

Es war ein schöner Abend, an dem wir die romantische Seite des Krimiautoren Jan Seghers erleben konnten.

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