An die FDP

„Wir sagen und Ich meinen ist eine von den ausgesuchtesten Kränkungen“ (Theodor W. Adorno, Minima Moralia)

Dieser Satz fiel mir ein, als ich gestern zum xten Mal den Satz hörte: „Wir haben in den letzten Jahren alle über unsere Verhältnisse gelebt“ (Westerwelle am 12.11.2011 auf dem Frankfurter Parteitag der FDP)

Nein, ich nicht, Herr Westerwelle. Auch wenn das über viele Jahre als ziemlich beschränkt und finanzpolitisch unterbelichtet galt: Ich habe mich seit jeher ungern abhängig gemacht, schon gar nicht von Banken.

Sehr gut passt zum Thema Frank Schirrmachers Besprechung des Buchs: „Debt“ von David Graeber in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 13.11.2011: „Und vergib uns unsere Schulden“:

„Käme Plato mit einer Zeitmaschine zu uns, so schreibt Graeber, er würde sich nicht wundern, Menschen zu sehen, die arbeiten müssen, nicht, um ihr Leben zu leben, sondern um eine Schuld zu bezahlen, für die ihr Leben gar nicht ausreicht. Zu seiner Zeit nannte man sie Sklaven.“
(…)

„Denn was Graeber im Kern zeigt, ist ganz einfach und sollte allen Technokraten der Krise für ein paar Augenblicke den Atem nehmen: Hohe Verschuldung ist dann eine moralische Existenzbedrohung für Gesellschaften, wenn es möglich wird, dass die, die Geld verleihen, dieses über Schulden finanzieren und dann ihre eigenen Schulden nicht bezahlen.“

(…)

„Der amerikanische Ökonom Michael Hudson, dessen Studie Graeber viel zu verdanken hat, hält die Occupy-Bewegung in den Vereinigten Staaten für prärevolutionär. Ihren wirklichen Ausbruch erwartet er für das Frühjahr 2012.“

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