Occupy Frankfurt Demo 29.10.2011

Zwischen 2.500 und 3.500 Menschen haben heute in Frankfurt gegen die Macht der Banken demonstriert. Andreas Hieke von der Hessenschau war mit einem Filmteam dort, ich bin auf seinen Beitrag gespannt (hr 19.30 Uhr).

Die Atmosphäre bei der Demo war angenehm, gut gelaunt, fröhlich. Die Teilnehmer haben selbstgemalte Transparente mitgebracht, Partei- oder Gewerkschaftstransparente sind verpönt. Es wurden auch keine Parolen gerufen, sondern Klatschkonzerte gegeben, damit der Zug nicht zu leise ist.

Diether Dehm, (Liedermacher, Linker Bundestagsabgeordneter) gab später auf dem Camp-Gelände ein kurzes Konzert, und ich musste bei „Das weiche Wasser bricht den Stein“ in Erinnerung an die 80er mitsingen. Hinterher dachte ich aber, die Camper haben recht mit ihrer Vorsicht vor Vereinnahmung durch Parteien, es schleicht sich doch schnell wieder altlinke Betonköpfigkeit ein.

Zur gleichen Zeit demonstrierten Tausende von Zeil-Besuchern die Bedeutung des Konsums und wurden die Weinstände auf dem Konstabler-Bauernmarkt von KampftrinkerInnen okkupiert.

Schranken für Banken

Link zu Occupy Frankfurt.

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5 Gedanken zu “Occupy Frankfurt Demo 29.10.2011

  1. Maluna 30. Oktober 2011 / 00:39

    Carmen, das verstehe ich nicht – er hat doch noch nicht die Parteizugehörigkeit erwähnt… Es war es tolles Konzert und ich find gut, dass er soweit angereist ist in seine alte Heimatstadt um das Anliegen mit seinen Liedern zu unterstützen.

    • Carmen 30. Oktober 2011 / 09:16

      Ich kann auch gut verstehen, dass ein alter Kämpe wie Dehm in Frankfurt sein und mitmischen will, wenn hier was passiert. Und seine Lieder für Klaus Lage habe ich als junge Gewerkschafterin vor 20 Jahren geliebt.

      Aber die Stimmung bei den Campern ist so wohltuend anders als ich das von früheren Demos kenne. Dieses respektvolle Zuhören, das Absehen von jeglicher Sonderstellung (wie z.B. Prominenz), das Raushalten von Ideologien, dass ich wohl einen Moment gefürchtet habe, das könnte verloren gehen.

  2. ursula ewald 30. Oktober 2011 / 09:10

    hallo,
    ich hatte den eindruck, dass an diesem samstag (29.) weniger teuer und gutgekleidete menschen auf der demo waren, dafür mehr jüngere als letzte woche, und natürlich war ich nicht sehr glücklich über die geschrumpfte zahl der teilnehmer.
    ich finde es sehr gut und wichtig, (wie die rednerin auch sagte) dass dieses eine bürgerbewegung ist und keine politischen parolen und logos auftauchen. dabei ist für mich schon das singen der Internationale unangenehm, da ich mich damit nicht identifizieren kann, das klatschen finde ich dagegen super, laut und idiologisch unbesetzt.
    was für mich immer klarer wird ist, dass die verantwortung, auch für die aktionen der banken, bei jedem einzelnen von uns liegt.
    der, von seinen wählern für 4 jahre unkontrollierte abgeordnete und minister macht (natürlich) das, was seinem vorteil dient, er kassiert seine bezüge, setzt sich ein denkmal, hat ne schöne zeit mit lobbyisten, und wenn es dann an die wahlen geht guckt er mal, was die leute so hören wollen, usw…..
    wie kann man das verhindern? ganz einfach, durch kontrolle, und da ist jeder einzelne gefordert.
    passt auf was ihr kauft (ausbeuterfirmen, gift etc.), passt auf was ihr tut (mal eben übers wochenende nach mallorca, mit dem auto zum zigarettenkaufen etc.) und guckt ab und zu mal den politikerinnen auf die finger.
    die haben nur soviel macht wie wir ihnen geben, wir sind immerhin 99%.
    mit freundlichen grüßen uschi ewald

  3. Carmen 30. Oktober 2011 / 12:58

    Hallo Uschi,

    mir hat der Satz während der Kundgebung „Wir sind alle Einzelne, durch keine Ideologie verbunden, nur durch ein Gefühl für die eigene Verantwortung“, aus der Seele gesprochen.

    Ja, Kontrolle der Politiker ist gut, aber auch sie verdienen Respekt und Unterstützung. Was z.B. engagierte Kommunalpolitiker über lange Zeiträume ehrenamtlich leisten, können sich die meisten Bürger nicht vorstellen.

    Gruß, Carmen

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