Schwachsinn „Brain Gym“

Esoterische Methoden werden immer häufiger auch an Schulen und Universitäten eingesetzt. Florian Freistetter hat in ScienceBlogs einen Vortrag der Darmstädter Erziehungswissenschaftlerin Barbro Walker über die Mode-Erscheinung „Brain Gym“ zusammengefasst:

„Bei den Übungen handelt es sich nicht primär um physische Gymnastik und körperliche Bewegung sondern um eine „spirituelle Bewegung“. Man wird zum Beispiel aufgefordert, ganz bestimmte Gedanken zu denken. Wenn die Kinder an ein „X“ denken, dann vernetzt das die Gehirnhälften und sie können danach „besser schreiben“, ihre sportliche Leistung steigt und die Organisationsfähigkeit wird ebenso verbessert. Wer mit den Händen eine Acht in die Luft schreibt, der kann besser rechnen und macht weniger Rechtschreibfehler. Die Behauptungen in den einschlägigen Büchern sind relativ vage gehalten – es wird zum Beispiel versprochen, dass man „Prüfungsaufgaben besser lösen kann“ – und zusätzlich versprechen verschiedene Bücher für die gleichen Übungen ganz unterschiedliche Resultate. (…)

Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Existenz von Meridianen oder einem „Energiefluss“ im Körper, der manipuliert werden kann. Das Gehirn arbeitet immer komplett und immer als Ganzes. Einzelne Areale können sich nicht abschalten und können auch nicht aktiviert werden. (…)

Aber muss man sich wirklich so sehr darüber aufregen? Was ist so schlimm daran, wenn die Kinder ein bisschen komische Gymnastik machen?“ Weiterlesen in ScienceBlogs.

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2 Gedanken zu “Schwachsinn „Brain Gym“

  1. holderried 13. September 2011 / 12:41

    Das schöne an unserer Gesellschaft ist, dass jeder das Recht hat auch den größten Unsisnn zu verzapfen. Wer so ein Buch kauft, ist selber schuld.

    • Carmen 13. September 2011 / 17:59

      Durchaus – ärgerlich ist nur, wenn LehrerInnen solche Bücher lesen und bei ihren Schülern anwenden, dann ist es keine Privatsache mehr. Und generell besteht bei der Anwendung esoterischer Methoden das Problem, dass sie verhindern, dass wirksame Mittel gegen das Problem (z.B. Lernschwäche) gefunden werden. Ich empfehle sehr den ganzen Artikel bei ScienceBlogs.

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