Andreas Maier und die Castor-Transporte

Die Lesung von Andreas Maier im Lesezelt war einer der Höhepunkte der Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr. Jetzt endlich habe ich ein Buch von ihm gelesen: Kirillow.

Ina Hartwig schrieb in ihrer Besprechung in der Frankfurter Rundschau:

„Im Mittelpunkt des Romans steht ein gewisser Julian Nagel, Sohn eines Rechtsanwalts und hessischen Landtagsabgeordneten der CDU aus dem Taunus, ferner dessen Schwester Anja, die die einzige in diesem Buch sein dürfte, die sich und ihr Leben im Griff hat. Anja pflegt die alte Frau Gerber und ist befreundet mit dem Philosophiestudenten Frank Kober aus der Kellerstraße 17 in Frankfurt-Ginnheim, wo Maier den „Prolog in der Hölle“ ansiedelt: Hölle des Ressentiments, der geistigen Ödnis, der deutschen Ordnungssucht, der boshaften Spießigkeit, der üblen Nachrede etcetera. „Etcetera“, stets ausgeschrieben und kursiv, dient Maier als Chiffre des Geschwätzes.“

Am Ende des Romans finden sich die Protagonisten bei den Demonstrationen gegen die Castor-Transporte im Wendland wieder. Dieses Kapitel hat mich völlig unvorbereitet getroffen, ich konnte die Brutalität des Polizeieinsatz erst nicht glauben – wie die meisten Menschen habe ich bisher nur die Medienberichte zu den Castor-Transporten gekannt.

Das Thema ist hochaktuell: Im November sollen wieder elf Castorbehälter mit hochradioaktivem Müll Frankreich verlassen und in das – wegen seiner dünnen Außenwände – „Kartoffelscheune“ genannte Zwischenlager Gorleben gebracht werden. Campact hat eine Initiative gestartet: „CASTOR-TRANSPORT ABSAGENMacht mit!

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