„Die Aufforderung ist für mich unerheblich“

Die Wählergemeinschaft FAG hat auf Rainer Rahns Wechsel in die FDP-Fraktion reagiert und ihn aufgefordert, diesen Schritt zurückzunehmen. Andernfalls will die Wählergemeinschaft, so der Vorsitzende Dirk Emmerich, über einen Ausschluss Rahns aus der FAG nachdenken.

In der FNP vom 27.6.2011 heißt es dazu: „Rahn will seine Entscheidung trotz der Kritik nicht rückgängig machen. „Die Aufforderung ist für mich unerheblich“, sagte er gestern der FNP. Für den Beitritt zur FDP-Fraktion brauche er keine Genehmigung.“

Nachtrag vom 14.7.2011: „Sang- und klanglos“ hat Rahn seine Mitgliedschaft in der Wählergemeinschaft FAG beendet, schreibt Günter Murr in der FNP vom 11.7.2011 . Die Mitglieder, die seinen Wahlkampf finanziert haben, seien darüber bestürzt. Der Vorstand der FAG, Dirk Emmerich, und die ehemalige ehrenamtliche Stadträtin Ursula Fechter hingegen lassen die Tür für die Rückkehr Rahns offen, heißt es in der FNP.

Ein merkwürdiger Vorgang. Die Aussage von Fechter in der FNP, Rahn habe tadellos gearbeitet, irritiert nur den, der glaubt, Politik habe etwas mit Moral, politischer Überzeugung und Sozialkompetenz zu tun.

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6 Gedanken zu “„Die Aufforderung ist für mich unerheblich“

  1. Siegbert Holderried 27. Juni 2011 / 09:27

    Ein Ausschluss aus der FAG ist das mindeste was geschehen sollte, es sei denn die FAG löst sich selbst auf. Da zu einem Übertritt ja zwei Parteien gehören, ist die FDP in gleichem Maße opportunistisch und bietet sich als Auffangbecken für Wahlmanipulateure an. Hier wird der Liberalismus zu weit getrieben und ich hoffe nur, dass die FDP hierfür noch ihre Rechnung bekommt. Das Verhalten von Herrn Rahn ist nicht akzeptabel und ich empfinde sein Verhalten als Wortbruch. Dass ein solches Verhalten auch noch mit Steuermitteln belohnt wird, ist beschämend.

  2. Martin Kliehm 27. Juni 2011 / 10:55

    Wir Piraten haben bereits im April mit Rainer Rahn gesprochen, um eine Fraktionsgemeinschaft zu bilden. Am Ende wurde es dann eine Gemeinschaft mit ÖkoLinX und der ELF.

    Der Grund war, dass wir mit Rahn persönlich ein ungutes Gefühl hatten, weil er sehr dominant und negativ herüberkam, ganz im Gegenteil zu Nicole Fontaine, die sozialkompetent und konstruktiv teilnahm. Letztlich stand ihm aber sein Ego im Weg, u.a. weil er pikiert darüber war, dass wir uns nicht im FAG-Büro im Römer, sondern bei ÖkoLinX in der Glauburgstraße trafen. Er hatte auch ein Problem mit unserer strikten Abgrenzung von Rechtsextremen und -populisten.

    Im Nachhinein bin ich froh, dass wir ihn nicht in die Fraktionsgemeinschaft aufgenommen haben, aber ich bedaure die Umstände für die FAG. Natürlich ist ein Mandatsträger in erster Linie seinen Wählerinnen und Wählern verantwortlich, nicht der Partei. Aber sich derart ignorant gegenüber seiner Wählergemeinschaft zu verhalten und mit dem größten Gegner seines Kernziels zu koalieren, das ist einfach beispiellos. Und die Wähler wollten bestimmt auch kein Bündnis mit der FDP!

    • Carmen 27. Juni 2011 / 19:06

      Danke für Ihre Kommentare.

      Natürlich ist diese Entwicklung für die wenigen aktiven FAG-Mitglieder traurig und vor allem für die FAG-Stadtverordneten der vergangenen Legislaturperiode auch beschämend. Denn Gelegenheit, Rahn in seinem Despotismus zu stoppen, hat es in der Vergangenheit viele gegeben.

      Ich bin durch die Erfahrung mit dieser Wählergemeinschaft und der Kenntnis, wie dort Entscheidungen zustande gekommen sind, zu einer Befürworterin von Parteien geworden. Denn in einer Wählergemeinschaft, die sich durch ein einziges Thema definiert, werden alle anderen Themen, bei denen die Mitglieder unterschiedlicher Meinung sind, unter den Teppich gekehrt, bis schließlich alle verstummt sind.

      Ich bewundere aber jeden Stadtverordneten oder Ortsbeirat, der sich für seinen Stadtteil engagiert, der seinen Nachbarn unliebsame Entscheidungen der Parteispitze erklären muss, etliche Stunden seiner Freizeit opfert, um die verschiedenen Sitzungen zu besuchen, die wahrlich keine Spaß-Events sind, und das alles aus einem Gefühl von Verantwortung für das Gemeinwohl heraus. Diese Leute gibt es in allen Parteien und solange es diese Leute gibt, bin ich nicht politikverdrossen.

  3. Sabine Meier 21. Juli 2011 / 15:46

    Von wegen Sommerloch…
    nach der „Drohung“ der Wählergemeinschaft FAG, man würde über einen Auschluss Rahns nachdenken, falls er nicht seinen Übertritt in die Fraktion der Flughafenausbaubefürworter (FDP) rückgängig macht, hat Rahn selbst das Zepter in die Hand genommen. Mit seinem freiwilligen Austritt schenkt er der FAG eine konfliktfreie Lösung. Aber… an Stelle dies dankbar anzunehmen und einen echten Neuanfang in Angriff zu nehmen, weint der FAG Vorstand Rahn, auf Grund seiner „tadellosen“ Arbeit hinterher. TADELLOS??? Unter Rahns Fraktionsvorsitz wurde in der vergangenen Legislaturperiode die Chance für eine Neuausrichtung ignoriert, ist die Fraktion in sich zusammengefallen und war nach demokratischen Prinzipien nicht mehr arbeitsfähig, wurden im Fraktionsbüro die beiden Mitarbeiterinnen vergrault und hunderte von sinnlosen, unpolitischen parlamentarischen Anfragen gestellt?
    Günter Murrs Irritation ist nichts mehr hinzuzufügen außer der Hoffnung, dass die, die glauben, Politik habe etwas mit Moral, politischer Überzeugung und Sozialkompetenz zu tun in Zukunft keine Stimmen mehr an die FAG vergeuden.
    Sabine Meier

    • Carmen 21. Juli 2011 / 18:02

      Mich erinnert das Verhalten des FAG-Vorstands an Filmszenen, in denen eine betrogene Ehefrau erst ihrem Mann mit Trennung droht und nachdem er kühl zustimmt, weinend und schreiend vor Angst sein Bein umklammert…

      Rahns Motivation für ein Stadtverordnetenmandat war – wie sich heute zeigt – nie der Kampf gegen den Flughafenausbau. Der Wählergemeinschaft FAG, der er sein Mandat verdankt, fühlt er sich nicht verpflichtet, im Gegenteil er pfeift auf die Anerkennung der Menschen, die ihn in die Kommunalpolitik geholt haben. Warum die Gefahr, dass solche Leute politische Führungsrollen übernehmen in Wählergemeinschaften, die chronisch unter aktiven Mitgliedern leiden, viel größer ist als in Parteien, habe ich schon in einer Post vom 26.7.2010 geschrieben.

      Das unterwürfige Verhalten der Wählergemeinschaft ist mir allerdings unerklärlich.

      Weil mich die psychologischen Aspekte der Geschichte interessieren, habe ich mir Hans-Jürgen Wirths „Narzissmus und Macht“ gekauft. Schon das Vorwort ist eine Fundgrube:

      „Ungezügelte Selbstbezogenheit, Sieger-Mentalität, Karriere-Besessenheit und Größenphantasien sind Eigenschaften, die der narzisstisch gestörten Persönlichkeit den Weg in die Schaltzentralen der Macht ebnen. Indem sich der narzisstisch gestörte Führer vorzugsweise mit Ja-Sagern, Bewunderern und gewitzten Manipulatoren umgibt, verschafft er sich eine Bestätigung seines Selbstbildes, untergräbt jedoch zugleich seine realistische Selbstwahrnehmung (…) .

  4. holderried 21. Juli 2011 / 18:50

    Rahn hat seine Wähler getäuscht.
    Das Verhalten von Herrn Rahn gibt Aufschluß über seinen Charakter. Ich fühle mich betrogen und ich hoffe nur, dass nicht nur ich ihn als Betrüger betrachte. Doch der Hehler ist wie der Stehler und man muss sich fragen wer unmoralischer ist?

    Eine FDP, die einen Menschen aufnimmt, der dreist ohne Moral seine Wähler getäuscht hat, begibt sich damit auf das selbe erbarmungswürdige Niveau. Es ist wie auf hoher See: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

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