Ehec in Frankfurt

In Frankfurt Nieder-Erlenbach wurde ein Bauernhof geschlossen, weil auf Gemüse des Hofes der Ehec-Erreger gefunden wurde. (zum Artikel in der FNP). Der Hof bewässert sein Gemüse aus einem eigenen Brunnen.

Als vor mehr als zwei Jahren das Stadtgesundheitsamt Frankfurt seine Gewässerstudie „Hygienische Qualität der Frankfurter Bäche und Flüsse“ veröffentlichte, blieb es erstaunlich ruhig in der Stadtpolitik und in der Presse. Obwohl dort brisante Ergebnisse veröffentlicht wurden: Sämtliche Gewässer in Frankfurt sind hygienisch stark verschmutzt. In allen Bächen und Flüssen wurden außer Coli-Bakterien und Salmonellen auch der Ehec-Keim gefunden und das seit vielen Jahren. (Hier geht es zur Stadtseite, wo man den Bericht als pdf herunterladen kann)

Nachtrag vom 18.6.2011: Meine Vermutung, dass der Ehec-Erreger, der im Bewässerungsbrunnen eines Bauernhofes in Nieder-Erlenbach gefunden wurde, über den verschmutzten Erlenbach eingeschleust wurde, hat sich wohl bestätigt. Die Frankfurter Rundschau berichtet heute dass im Erlenbach der aggressive Ehec-Erreger 0104:H4 gefunden wurde, der bei Infizierten zu Nierenversagen führen kann. Die vielen Kleingärtner im Frankfurter Norden werden wohl auf ihre diesjährige Ernte verzichten müssen.

Bleibt zu hoffen, dass die Stadtpolitik endlich Konsequenzen aus den Ergebnissen der Gewässerstudie zieht. Dass eine Kläranlage Abwässer in Bäche und Flüsse einleiten darf, in denen nur wenige Kilometer weiter Kinder planschen, wie es in vielen Frankfurter Vororten passiert, z.B. in der Nidda, am Eschbach, am Erlenbach etc., ist unfassbar. Die Stadt Frankfurt weigert sich trotz der Erkenntnisse über die Gesundheitsgefahren, Hinweisschilder an den bekannten Badestellen aufzustellen.

Neu ist das Thema übrigens keineswegs, es wird nur seit Jahren möglichst tief gehängt:

„Auch wenn die Kläranlagen hohe Reinigungsstandards gewährleisten und die gesetzlich vorgegebenen Einleiterwerte einhalten, ist nicht zu verhindern, dass mit dem geklärten Wasser Fäkalkeime in die Fließgewässer gelangen. Selbst eine aufwendige Desinfektion der Kläranlagenabläufe würde nicht verhindern, dass hygienisch bedenkliche Bestandteile aus Mischwasserentlastungen der Kanalnetze und von landwirtschaftlichen Flächen in das Fließgewässer eingeschwemmt werden. Insofern werden derzeit keine erfolgversprechenden Möglichkeiten zur Verbesserung der hygienischen Gewässerqualität gesehen.“
(Antwort ST 73 vom 5.1.2010 des Magistrats auf eine Ortsbeiratsanfrage zur Wasserqualität des Eschbachs, nachzulesen in Parlis)

Dass es selbstverständlich möglich ist, die hygienische Wasserqualität von Flüssen zu verbessern, zeigt die Stadt München.
Dort wurden Abwasserdesinfektionsanlagen gebaut, die die Keimzahlen der eingeleiteten Abwässer drastisch reduzieren. Jetzt kann im Sommer wieder in der Isar gebadet werden. (hier geht es zum Artikel auf der Münchner Homepage)

Zur Post Ehec in Frankfurt 2.

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