Der November der Männlichkeit

Claudius Seidl hat in einem wunderbaren Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 29.5.2011 über das langsame Verschwinden der Männlichkeit geschrieben:

„Das Kulturgut, das dabei verlorengeht, ist jene Männlichkeit, die in der Differenz der Geschlechter ihre Grundlage hat. Nein, es ist nicht unbedingt so besonders männlich, sich vorher Mut anzutrinken und hinterher den Sex mit einer ungarischen Prostituierten als Spesen abzurechnen.

Es ist eher eine Haltung, es ist das Bewusstsein einer Entfernung zu den Frauen, die niemals leicht zu überwinden ist und manchmal gar nicht, einer Ferne, die wir vielleicht zu oft nur mit unserem Schweigen füllen, weil wir darauf horchen, ob auf der anderen Seite jemand ruft. (…)

Seltsam, und irgendwie paradox, dass uns soviel liegt an dieser Ferne. Seltsam, dass wir ihr Verschwinden so fürchten.“

(Claudius Seidl)

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