Arno Widmann zur Frauenquote

Wegen solcher Artikel wie dem von Götz Aly und dem Leitartikel von Arno Widmann hoffe ich, dass es die wirtschaftlich angeschlagene Frankfurter Rundschau noch lange geben wird:

„Reden wir also nicht über Dominique Strauss-Kahn. Reden wir auch nicht über das Zimmermädchen, über das wir so gar nichts wissen. Reden wir überhaupt nicht über diesen Fall.

Reden wir über Männer. Reden wir über deren Potenz- und Imponiergehabe, reden wir über den gerne beschwiegenen Anteil der Sexualität an den Gratifikationsleistungen in Politik und Unternehmen. Bordellbesuche gehörten zu den vom VW-Konzern großzügig bereitgestellten Diensten zur Ruhigstellung des Betriebsrates. Wo männliche Macht sich zur Schau stellt, da geht es – fast – immer auch um die sexuelle Gewalt. Das gilt für den Großbetrieb und für den kleinen Professor. Zur Ausstattung der Machtposition gehörte immer die Verfügungsgewalt über Frauen.
(…)
Es ändert sich erst dann etwas, wenn die Weibchen den Silberrücken scheuchen. Wenn sie ihn vertreiben. Dann nennt er sie nicht mehr, ihren Rücken tätschelnd, „mein Mädchen“, sondern verschwindet, grollend und murrend aufs Altenteil. Wer nicht möchte, dass über den Mächtigen die Macht des Testosteron herrscht; wer möchte, dass nicht das Potenzgehabe der Männchen über unser Geschick bestimmt – dem bleiben als Heilmittel nur: kluge, entschlossene Frauen und die allseits von den Herren geschmähte Quote.

(Arno Widmann in der FR vom 17.5.2011)

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