Jonathan Franzen: „Freiheit“

Ja, es ist ein unterhaltsames Buch, gut geschrieben, ich habe mich auf keiner der 736 Seiten gelangweilt – und doch hat es mich nicht so berührt wie die „Korrekturen“. Vielleicht ist mir das (amerikanische) Mittelstandsmilieu doch zu fremd: z.B. die Selbstverständlichkeit, mit der die Protagonistin Patty sich jahrzehntelang von jeder Erwerbsarbeit ferngehalten hat, ohne dass sich das Machtverhältnis in der Ehe zugunsten ihres Mannes verschoben hätte (was mir nicht sehr glaubhaft erscheint). Möglicherweise liegt es auch an der Beschreibung des Erotischen in „Freiheit“, die mich öfter befremdet hat – Franzen wurde in letzter Zeit manchmal mit Philip Roth verglichen, dessen Sex-Manie mir furchtbar auf die Nerven geht. (Rezension von „Freiheit“ im Tagesspiegel)

„Skippy stirbt“ von Paul Murray, der andere Mammut-Roman (782 Seiten), den ich in den vergangenen Monaten gelesen habe, hat mir besser gefallen. (Meine Rezension steht hier)

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2 Gedanken zu “Jonathan Franzen: „Freiheit“

  1. Karthause 11. März 2011 / 11:30

    Eigentlich wollte ich Franzens „Korrekturen“ ja vor „Freiheit“ lesen. Aber es kam anders. In der Bibliothek sprang mich das Neue förmlich an. Ich empfand das Buch ähnlich wie du, überzeugt hat es mich nicht und irgendwann hat mich das Leben von Patty und Walter Berglund auch nicht mehr wirklich interessiert. Ich habe es beendet, weil es für einen Abbruch wiederum doch zu gut war. LG Heike

  2. Carmen 11. März 2011 / 11:57

    Ja, das habe ich jetzt öfter gehört. Wenn man die hymnischen Rezensionen der großen Tageszeitungen im vergangenen Herbst gelesen hat, ist die Enttäuschung beim Lesen von „Freiheit“ vorprogrammiert.

    LG Carmen

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