FR-Lokalchef Arning wird Sprecher von Petra Roth

Ein Knüller beim Frühstück: Der sympathische, engagierte Lokalchef der Frankfurter Rundschau Matthias Arning wechselt in das Büro der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth.

Arning wollte unbedingt erreichen, dass die FR in die schwarzen Zahlen kommt – offenbar sieht er inzwischen keine Chancen mehr dafür. Die Eskapaden des Verlegersohns Konstantin Neven DuMont haben das Verlagshaus, zu dem auch die Frankfurter Rundschau gehört, zusätzlich in negative Schlagzeilen gebracht.

Arning ist der zweite FR-Redakteur nach Martin Müller-Bialon, Referent von Bürgermeisterin Ebeling, der in die Dienste der Stadt wechselt. Bei Müller-Bialon hatte man allerdings schon während seiner Zeit als FR-Journalist den Eindruck, er arbeite der grünen Bürgermeisterin zu. Auch Joachim Geiger, Pressesprecher von Frankfurts Kämmerer und aussichtsreichem OB-Kandidat Uwe Becker war lange Jahre Lokalchef bei einer Frankfurter Tageszeitung, der Frankfurter Neuen Presse.

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8 Gedanken zu “FR-Lokalchef Arning wird Sprecher von Petra Roth

  1. Horst Schäfer 25. November 2010 / 09:23

    Nun, ich finde Arning ist alles andere als sympathisch, sondern ein geschmeidiger Anpassler und wolkiger Formulierer.

    • Carmen 25. November 2010 / 11:43

      Sorry Horst, aber ich finde Arning sympathisch, und dass er sehr engagiert und mit neuen Ideen für die Lokal-FR gearbeitet hat, kann man nicht abstreiten – das wolkige Formulieren indes ist Arning durchaus eigen. Gruß Carmen

  2. Horst Schäfer 27. November 2010 / 15:58

    Nochmal in Kürze: Arning hat in vier Jahren den Lokalteil der FR zu einem aufgeblähten Nichts verkommen lassen. Nirgendwo Tiefgang, selten mal eine engagierte Reportage. Stattdessen Oberflächlichkeit wie bei jedem x-beliebigen Provinzblatt.

    Ausnahme Frankfurt 2030: Den investitionsträchtigen Speer-Plan hat Arning bis zum Erbrechen über den grünen Klee gelobt und damit auch bei den zuständigen Dezernenten antichambriert. Wenn er jetzt Petra Roth „auf dem Schoß sitzt“, dann liegt darin eine gewisse Konsequenz.

    • Carmen 27. November 2010 / 17:47

      Ja, die endlose Speer-Geschichte ging mir auch auf den Keks.

      Allerdings teile ich nicht deine moralische Sichtweise: Arning ist Journalist – als politischer Pressesprecher zu arbeiten, passt durchaus ins Berufsbild. Außerdem hat er genauso das Recht, berufliche Entscheidungen zur Existenzsicherung zu treffen wie jeder andere.

      Die Diskussionen der Altlinken über die FR und was aus ihr geworden ist, übersehen etwas Wesentliches: Die FR war in alter Form nicht überlebensfähig.

      Was mir an der neuen FR gefällt, ist das Tabloid-Format, die vielen Podiumsdiskussionen im FR-Haus und das es noch immer viele wunderbare Journalisten dort gibt wie Stefan Behr, Robert von Heusinger, Mely Kiyak….

  3. Horst Schäfer 27. November 2010 / 23:38

    Tja, Carmen, schade, dass nur wir hier debattieren. Die FR öffnet ja nicht einmal ihre Online-Seite für Debattenbeiträge zu diesem Thema.

    Natürlich kann Arning seine Karriere nach Gutdünken planen. Bezeichnend für die FR ist jedoch, dass mittlerweile gleich drei Redakteure innerhalb von wenigen Jahren in den politischen Beratungsbereich wechselten: Charima Reinhardt, Martin Müller-Bialon und nun eben Arning.

    Auf der Strecke bleibt die Maxime von einem Pressetycoon wie Hajo Friedrichs: „Ein Journalist darf sich nicht mit einer Sache gemein machen – und sei sie noch so ehrenwert“.

    Ich finde das Tabloid-Format überflüssig wie ein Kropf, man muss das Blatt sowieso erst mal schütteln, um sich von der Werbung und den überflüssigen Teilen zu befreien. Natürlich sind noch ein paar vernünftige Journalisten übrig.
    Das Blatt hat jedoch keinerlei Überlebenschance. Die sinkende Auflage beweist es. Da lobe ich mir die „Süddeutsche“ oder das FAZ-Feuilleton. Woher kommt nur der Furor, täglich eine so mittelmässige Zeitung auf den Markt zu werfen?

    • Carmen 29. November 2010 / 19:11

      Wenn du mal einen Blick in meine Rubrik „Was in der Zeitung stand“ wirfst, kannst du sehen, wie oft ich in den vergangenen ein, zwei Jahren auf die FR verlinkt habe, meiner Meinung nach hat die FR also durchaus viele diskussionswürdige Artikel veröffentlicht. Das Tabloid-Format ist mir als ÖPNV-Pendlerin sehr recht. Die sinkende Auflage ist kein neues Thema – auch mit Gutmenschen-Journalismus lässt sich keine Auflagensteigerung erreichen.

      Aber was mir bei diesem Thema wirklich wichtig ist, ist ein anderes Argument: Alle Welt ist „doch nicht blöd“, macht Schnäppchen, kauft Aktien, denkt zuvörderst an sich selbst, handelt also nach herkömmlichen Maßstäben rational, gleichzeitig wird von einzelnen Berufsgruppen v.a. von Journalisten und Politikern verlangt, sich als perfekte Vorbilder zu gerieren. Warum? Ich bin sicher, Arning hat sein Bestes als Journalist gegeben und das wird er jetzt auch bei OB Roth tun. Jeder gehirnamputierte Fußballer gilt als schlau, wenn er für Millionen den Verein wechselt, ein Journalist aber soll die Moralvorstellungen anderer Leute verwirklichen.

      Ich meine, es täte der Bürgergesellschaft gut, wenn man wegkäme von den Ansprüchen an Andere. Wem nützt der Druck, der aufgrund hoher Erwartungen z.B. auf Politikern lastet? Der Demokratie sicher nicht.

  4. Horst Schäfer 30. November 2010 / 14:09

    Wenn ich eines nicht hören kann, dann die Feindbildbeschreibung „Gutmenschen“. „Gutmenschenjournalismus“ ist eine zusätzliche Perversion.

    Im übrigen war es das jetzt für mich. So wichtig ist die FR nicht – und Arning erst recht nicht. Wünsche erhellende Einsichten für die Zukunft.

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