Rom

„Sign against drugs“ – ständig lag man uns an Roms bekannten Straßen und Plätzen mit diesem Ansinnen in den Ohren. „Soweit kommt´s noch“, sprach mein Begleiter.

Hanns-Josef Ortheils Buch „Die Erfindung des Lebens“ hatte mich auf die Idee gebracht, endlich mal nach Rom zu reisen. Dummerweise ist Rom so weit weg, dass man hinfliegen muss. Warum Menschen das als ein Vergnügen empfinden, ist mir schleierhaft. Man muss seine Bordkarte einen Tag vor dem Abflug selber ausdrucken, Stunden früher am Flughafen sein, etliche Kilometer bis zum Gate laufen, um sich schließlich in einer Sardinenbüchse mit autogenem Training gegen die Platzangst zu wappnen. Angekommen wartet man noch mal eine dreiviertel Stunde auf den Koffer. Dann ab ins Taxi zur Via Labicana – wer in Frankfurt die Friedberger Landstraße kennt, hat eine ungefähre Vorstellung vom Autoaufkommen in dieser Straße. Das einzig Gute am Hotel war die Treppe, die direkt hinter dem Hotel in den Parco di traiano führte, wo ein schlurfender Schwarzer, der bei obiger Kampagne als abschreckendes Beispiel hätte dienen können, Cappuccino in dem kleinen Parkcafe servierte.

Neben dem üblichen Reiseführer hatte ich „Rom. Eine Ekstase“ von Ortheil dabei und „Rom intensiv“ von Feridun Zaimoglu. Ersterer gibt gute Restaurant-Tipps und beschwört das Leben des bildungsbürgerlichen Flaneurs. Wenn man schließlich keine Kirchen und alten Gemäuer mehr sehen kann, bietet Zaimoglu den perfekten, weil respektlosen Widerpart.

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