Jesper Juul und die Freundlichkeit

„Ich habe in fast vierzig Jahren als Psychotherapeut nicht eine Frau getroffen, die keine Schwierigkeiten hatte, die eigenen Grenzen wahr- und ernst zu nehmen. Dabei ist das der Kern mentaler Gesundheit.“ Jesper Juul in der FAZ. Diese Sätze habe ich seitdem mehreren Freundinnen zitiert und alle waren sich einig, dass wir es hier mit einem, unserem, zentralen Thema der Gegenwart zu tun haben.

Juul sagt auch: „Kinder wollen kooperieren, egal in welchem Alter. Die Bedingung heißt Freundlichkeit.“

Davon bin ich überzeugt, nicht nur weil ich gerade „Freundlichkeit – Diskrete Anmerkungen zu einer unzeitgemäßen Tugend“ von Adam Phillipps und Barbara Tylor lese. Daneben vergnüge ich mich mit Elisabeth Strouts „Mit Blick aufs Meer“. Obwohl ich erst die Hälfte gelesen habe, gehe ich davon aus, dass dieses Buch mein Sommer-Favorit wird. Auch hier geht es um Freundlichkeit und wie sie das Zusammenleben in einer Kleinstadt prägt.

Ich frage mich, ob jemand, der zu seinen Mitmenschen keine freundschaftliche Bindung herzustellen in der Lage ist, irgendetwas Positives (in Politik, Kunst, Wissenschaft) bewirken kann. Ich glaube nicht. Wie schon Jean Jacques Rousseau schrieb, ist ein „menschliches Wesen ohne freundschaftliche Bindungen entweder ein Phantom oder ein Wahnsinniger“.

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