Amelie Nothomb: Der japanische Verlobte

„Der Koch“ von Martin Suter ist trotz gemäßigter Kritiken (meine Rezension hier) noch immer unter den ersten Plätzen der Spiegel-Bestsellerliste. Für seinen Catering-Service „Love Food“ konzipierte der Protagonist Maravan die aphrodisischen Rezepte der indischen Küche für die Molekularküche. Dadurch bekam der technische Aspekt des Kochens allerdings einen größeren Stellenwert als der sinnliche, wie manche Rezensenten feststellten.

Auch im gerade erschienenen autobiographischen Roman „Der japanische Verlobte“ spielt das Essen eine erhebliche Rolle. Amelie Nothomb, literarisches Wunderkind aus Belgien, kehrt mit einundzwanzig nach Japan zurück, wo sie ihre ersten fünf Lebensjahre verbracht hat. Zwei Jahre wird sie hier leben, arbeiten und lieben. Als die Ehe mit ihrem japanischen Freund Rinri unausweichlich scheint, flüchtet sie zurück nach Belgien, wo ein Jahr später ihr erster Roman „Die Reinheit des Mörders“ erscheint.

Wie sich die Beziehung vom ersten gemeinsamen Essen (Pfannkuchen mit Kohl und Krabben, dazu Bitterpflaumensoße aus Hiroshima) bis zum Heiratsantrag (frische Meeresfrüchte) verändert, erzählt Amelie Nothomb leichtfüßig auf 162 Seiten. Was der tote Tintenfisch mit Amelies Zunge macht, dass sollte allerdings jede selbst lesen…

Diogenes Verlag, 18,90 Euro, übersetzt von Brigitte Große

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