„Das Photo“ von Penelope Lively

Meine Beschäftigung mit Anita Brookner hat mich auch an eine andere Grand Dame der englischen Literatur erinnert: Penelope Lively. Sie ist 1933 geboren, also nur wenige Jahre jünger als Brookner, hat wie sie Geschichte studiert und für ihren Roman Moon Tiger 1987 ebenfalls den Booker-Prize erhalten. Sie veröffentlicht auch im gleichen Verlag, im Penguin Books, London.

Ich habe mir also ihren vor zwei Jahren in Deutschland erschienenen Roman Das Photo besorgt und am Wochenende verschlungen. Glyn Peters, Witwer, von Beruf Landschaftshistoriker, findet auf der Suche nach Arbeitsunterlagen ein altes Photo, das seine Frau Hände haltend mit einem anderen Mann zeigt. Dieser Fund erschüttert seine Sicht auf die Vergangenheit und seine Ehe, er beginnt an der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit zu zweifeln. Glyn stellt Nachforschungen an und konfrontiert die damals Beteiligten rücksichtslos mit seiner Entdeckung.

Mit Spannung verfolgt der Leser, wie die Verstorbene Kath in den Köpfen wieder lebendig wird. Wir erfahren, dass Kath beliebt, begehrt und beneidet war, eine strahlende und freundliche Person. Im Laufe des Romans aber enthüllt sich die Tragik einer schönen Frau. Da ihr bloßer Anblick genügt, um die intensivsten Gefühle auszulösen, bleibt sie hinter der Fassade unerkannt.

Das Photo ist ein spannendes und leicht erzähltes Buch über den Preis der Schönheit.

Das Photo, dt. von Maria Andreas, München: Bertelsmann 2007. ISBN 978-3-570-00951-2

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