Zu Anita Brookners neuem Roman “Strangers“

Während in England Anita Brookner in der Literaturszene gerade Furore macht mit ihrem neuen (dreiundzwanzigsten) Roman, müssen deutsche Leserinnen seit 11 Jahren auf sie verzichten. Es sollte sich doch ein Verleger für Brookners neuen Roman finden!

Stimmen aus Großbritannien:

„Vor 10 Jahren war es für Kritiker “in”, sie mit Füßen zu treten und darauf zu bestehen, dass sie etwas anderes tun sollte (als Schreiben). Es wurde empfohlen, dass sie ihre Charaktere leichtherziger, offener und moderner gestaltet. Zu diesen Einwänden schüttelten aber die Leser ihre Köpfe, die sich mit Brookner verbunden fühlten und warnten: „Ihr werdet die Bücher besser verstehen, wenn Ihr erwachsen (reifer) werdet, Ihr Lieben.“ Hilary Mantel (Schriftstellerin) am 28.2.2009  im Guardian.

„Zu jung um zu kapieren worum es geht: Über viele Jahre machte ich mich über diese Schriftstellerin lustig. Aber durch den Genuss des Älterwerdens kann ich jetzt sehen, wie falsch ich damit gelegen habe. Strangers ist (…) ein Buch von großer stilistischer Schönheit und psychologischer Wahrheit. Es gibt Schriftsteller, denen wir uns erst mit den Jahren annähern, Brookners Themen – das Älterwerden und die Isolation – erscheinen Lesern zwischen Zwanzig und Dreißig einfach als sinnlos und voller Selbstmitleid.“ Mark Lawson (Literaturkritiker) am 6.3.2009 im Guardian.

„Diese Art von Literatur ist fast ein Tabu. Brookner schreibt Bücher, auf die moderne Verleger nicht stehen, weil sie Gefühle und Situationen beschreiben, die moderne Menschen nicht ansprechen sollten. Aber ihre Bücher sind nicht deprimierend, hauptsächlich weil sie durchgängig so gut geschrieben sind, aber auch weil sie einem bestimmten Lebensgefühl eine Stimme und eine Berechtigung geben, dessen Realität ansonsten nicht festgehalten würde. Brookner hat kürzlich angedeutet, dass Strangers ihr letztes Buch sein wird. Die unter uns, die sie lieben, werden jetzt schon damit beginnen, Protestbriefe zu entwerfen.“ Susie Boyt (Schriftstellerin) am 6.3.2009 im The Independent.

Ich danke meiner Freundin und Kollegin Kristin für die Übersetzung.

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