“Wir leben in einem Zeitalter übereilter Bewahrung” (Swantje Karich in der FAZ vom 25.1.2012)
Im Artikel “Raus aus den Museen!” prangert Swantje Karich die Musealisierung von Protestbewegungen wie Stuttgart 21 und Occupy an. So findet bereits die erste Ausstellung über die Stuttgarter Protestbewegung im Haus der Geschichte statt. Das “Museum of the City of New York” plant derzeit eine Schau über “Occupy” – während in Frankfurt die Zelt noch stehen.
“Die Museen geben damit ihre Verantwortung auf, als Gedächtnis für politische Gegenwart zu fungieren. Sie interessieren sich für den sensationellen Moment – solange er noch eine Sensation ist. Und dieser Moment wird flüchtiger. Musealisierung im Akkord hilft als Gegenmaßnahme gerade nicht; sie zerstört die Kraft unserer Gegenwart immer weiter. Wir können in Wahrheit nicht einschätzen, welchen Stellenwert die neuen politischen Bürgeraktionen in der Zukunft haben werden. Sie sind ja noch aktiv.
Die Leidtragenden der hastigen Gedenkinszenierung sind zunächst die Protestler von “Stuttgart 21″ und der “Occupy”-Bewegung. Was sie anbieten wollten, waren keine Souvenirs. Es sind Leute, die loszogen, um ihren Widerstand zu äußern. Die brisante Meinungsäußerung auf einem Plakat wird bereits mit den Augen eines Designers oder Historikers gedeutet – als ästhetisch bewusst gestaltetes Produkt.” (weiterlesen in der FAZ)
